30. Juli 2026
So bereiten Sie sich auf einen Termin mit Dolmetscher vor
Kurz gesagt: Klären Sie vorher drei Dinge — ob die Stelle eine vereidigte Person verlangt, ob Video erlaubt ist und wie lange der Termin dauert. Alles andere ist Vorbereitung, die den Termin besser macht, aber ihn nicht rettet.
Vor der Buchung: drei Fragen an die Stelle
Verlangen Sie eine vereidigte Person?
Gerichte und Notare meist ja, Behörden unterschiedlich. Die Antwort entscheidet, wen Sie buchen.
Ist der Termin auch per Video möglich?
Manche Stellen lassen es zu, andere nicht. Video ist schneller organisierbar, gerade bei seltenen Sprachen.
Wie lange ist der Termin angesetzt?
Ein Dolmetschereinsatz wird nach Zeit geplant. Eine grobe Angabe genügt.
Drei Fragen, ein Anruf — und Sie vermeiden die häufigsten Fehlbuchungen.
Was der Dolmetscher vorher wissen sollte
Je mehr Kontext, desto besser der Termin. Nicht weil er sonst nicht übertragen könnte, sondern weil Fachbegriffe Vorbereitung brauchen.
- Um welche Art von Termin geht es? Ein Gespräch beim Jugendamt hat ein anderes Vokabular als eine Betriebsbesichtigung.
- Gibt es Unterlagen, die besprochen werden? Ein Vertrag, ein Bescheid, ein Befund. Vorab geschickt, ist der Dolmetscher im Thema.
- Wurden schon Dokumente eingereicht? Damit dieselben Begriffe verwendet werden wie in Ihren Unterlagen.
- Gibt es Namen oder Ortsangaben aus Ihrem Heimatland? Besonders bei nichtlateinischer Schrift hilft die Schreibweise vorab.
Alles, was Sie schicken, unterliegt der Schweigepflicht.
Was Sie mitbringen sollten
| Was | Warum |
|---|---|
| Einladung oder Terminbestätigung | Manche Stellen verlangen sie am Empfang |
| Ausweis oder Pass | Identitätsfeststellung |
| Alle Unterlagen, um die es geht | Auch die, die Sie für nebensächlich halten |
| Ihre Fragen, aufgeschrieben | Im Termin vergisst man sie |
| Kontaktdaten des Dolmetschers | Falls sich jemand verspätet |
Am Tag des Termins
Seien Sie früher da als nötig.
Behördengebäude sind unübersichtlich, und zehn Minuten Puffer nehmen Ihnen den Druck.
Klären Sie kurz vorher, wer wo sitzt.
Bei einem Vor-Ort-Termin stellt sich der Dolmetscher üblicherweise seitlich neben oder hinter Sie — nicht zwischen Sie und Ihr Gegenüber.
Bei Video: testen Sie die Verbindung vorher.
Ein Termin ist der falsche Zeitpunkt, um herauszufinden, dass das Mikrofon nicht funktioniert.
Während des Termins
- Sprechen Sie zu Ihrem Gegenüber, nicht zum Dolmetscher
- Machen Sie nach zwei bis drei Sätzen eine Pause
- Fragen Sie nach, wenn etwas unklar bleibt — der Dolmetscher überträgt Ihre Frage
- Sagen Sie es, wenn es zu schnell geht. Niemand wird Ihnen das übelnehmen
- Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstanden haben. Bitten Sie darum, dass es noch einmal übertragen wird
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Ein Termin, der zehn Minuten länger dauert, ist besser als eine Unterschrift, die Sie nicht überblicken.
Nach dem Termin
Notieren Sie sich noch am selben Tag, was besprochen wurde und welche Fristen genannt wurden. Fragen Sie im Termin nach, wenn Ihnen eine Frist unklar ist — danach ist es schwerer.
Wenn Unterlagen nachgereicht werden sollen, lassen Sie sich genau sagen, welche. Am besten schriftlich.
Was Sie jetzt tun können
- Rufen Sie die Stelle an und klären Sie die drei Fragen
- Sammeln Sie die Unterlagen, um die es gehen wird
- Schreiben Sie Ihre Fragen auf
- Melden Sie Termin, Sprache und Thema an — je früher, desto besser bei seltenen Sprachen
Sagen Sie uns Datum, Ort und Sprache — Antwort innerhalb von 15 Minuten, auch am Wochenende.
Dolmetscher anfragen